rechne 24
Haus & Bauen

Fenstertausch: lohnt sich die Investition?

Wann holt der Fenstertausch sich raus? U-Wert alt vs. neu, Fensterfläche, Investition – und du siehst die jährliche Energieersparnis.

Typisches EFH 20-35 m² Fenster

Einfachverglasung 5,0-5,8; Doppelfenster Bj. 80er 2,8-3,0; Iso-Verglasung 90er 1,8-2,5

BEG-Anforderung 0,95; gute 3-fach 0,7-0,9

Typisch 600-900 €/m² Kunststoff, 900-1500 €/m² Holz/Alu

BAFA Einzelmaßnahme 15 %, mit iSFP-Bonus 20 %

Gas ~11, Öl entsprechend, Strom WP-Mix ~8

Deutschland 3000-4200 Kd, je nach Region. Norm 3500.

Ergebnis
Heizenergie-Ersparnis/Jahr
Heizkosten-Ersparnis/Jahr
Eigenanteil nach Förderung
Amortisationszeit

Erklärung

Fenster sind die thermischen Schwachstellen jeder Gebäudehülle. Selbst gut gedämmte Wände bringen wenig, wenn nebenan ein altes Doppelglas-Fenster mit U=2,8 W/m²K sitzt. Der Tausch auf moderne 3-fach-Verglasung (Uw 0,8-0,95 W/m²K) reduziert den Wärmeverlust durch das Fenster um 60-70 %. U-Werte typischer Fenster im historischen Vergleich: - Einfachverglasung (vor 1960): Ug 5,8 W/m²K, Uw ca. 5,0-5,8 - Doppelverglasung Luft (60er-70er): Ug 3,0, Uw ca. 2,8-3,2 - Wärmeschutz-Isolierverglasung (80er-90er): Ug 1,3-1,8, Uw 1,8-2,5 - 2-fach-Wärmeschutz mit Argon (2000er): Ug 1,0-1,1, Uw 1,2-1,5 - 3-fach-Verglasung Standard (heute): Ug 0,5-0,7, Uw 0,8-1,0 - Passivhaus-Qualität: Uw 0,7-0,8 Wichtig: Uw (Window) bezieht sich auf das ganze Fenster inkl. Rahmen, Ug (Glazing) nur auf das Glas. Der Rahmen hat typisch Uf 1,0-1,5 (Holz/Alu), 1,3-1,7 (Kunststoff), 0,8-1,0 (Passivhaus-Profile). Formel der Heizenergie-Ersparnis: ΔQ [kWh/Jahr] = Fläche × ΔU × Heizgradtage × 24 / 1000. Heizgradtage (Gradtage, Gt) sind die Summe der Differenzen zwischen Innen- und Außentemperatur über alle Heiztage. Deutschland-Mittel ca. 3500 Kd/Jahr (Hamburg 3300, München 3700, Bayrischer Wald 4200). Beispielrechnung: 25 m² Fenster, alt 2,8 / neu 0,95 W/m²K, Differenz 1,85. 25 × 1,85 × 3500 × 24 / 1000 = 3.885 kWh/J Ersparnis. Bei 11 ct/kWh Gas = 427 €/J. Investition 18.000 €, Förderung 20 % = 14.400 € Eigenanteil. Amortisation rein über Heizkosten ca. 33 Jahre. Warum zeigt die reine Energie-Amortisation oft so lange Zeiten? Drei Gründe: 1. Fenstertausch erfasst nicht den ganzen Wärmeverlust eines Hauses, sondern nur den durch Fensterflächen – diese machen typisch 15-25 % des Gesamtverlusts aus, der Rest läuft über Wand, Dach, Boden, Lüftung. 2. Die Investitionskosten enthalten neben dem Glas/Rahmen auch Demontage, Anpassung des Mauerwerks, neue Innenfensterbänke, Außenputz-Reparaturen, Rollläden – alles 'mitgedämmt'. 3. Komfortgewinn ist groß: keine Zugluft am Sitzplatz, höhere Oberflächentemperatur (alte Verglasung mit 16 °C Glasoberfläche im Winter ist subjektiv 'kalt' selbst bei 22 °C Lufttemperatur), Schallschutz (Rw 35 dB alt → 42-50 dB neu). Trotz langer Cash-Flow-Amortisation rechnet sich Fenstertausch oft, wenn: - Ohnehin Sanierung ansteht (kein Mehraufwand für Demontage) - Wärmepumpe geplant ist: Vorlauftemperatur kann sinken (35-45 °C statt 55-65 °C), JAZ steigt um 0,3-0,5 - Kombination mit Fassadendämmung: Fensteranschluss am WDVS ist günstig, getrennt teuer - Schimmel-Prävention: kalte Glasflächen sind die häufigste Tauwasserstelle - Sicherheit: RC2-Beschläge bei modernen Fenstern Standard Förderung BEG: BAFA Einzelmaßnahme Fenster 15 %, mit iSFP-Bonus 20 %, Maximum 30.000 €/Wohneinheit. Voraussetzung: Uw ≤0,95 W/m²K, Bestätigung durch Energie-Effizienz-Experten oder Fachunternehmer-Erklärung. KfW-Kredite ergänzend über Programm 261. Alternativ § 35c EStG: 20 % der Kosten über 3 Jahre. Bei mittleren Investitionen attraktiv, weil keine Antragsfrist. Fenster ohne Sanierung der angrenzenden Bauteile: Vorsicht. Wenn die Fenster nun besser dämmen als die Wand, verlagert sich die Tauwasser-/Schimmelproblematik auf die Wandflächen. Dann muss spätestens jetzt auch die Außenwand gedämmt werden.

\Delta Q = A \times (U_{\text{alt}} - U_{\text{neu}}) \times G_t \times 24

Häufige Fragen

Was kostet ein neues Fenster? +

Kunststoff-Fenster 600-900 €/m² inkl. Einbau (3-fach-Verglasung), Holz-Alu 900-1500 €/m². Bei 25 m² Gesamtfläche typisch 15.000-25.000 € Bruttokosten.

Welcher U-Wert muss ein neues Fenster haben? +

GEG 2024 Pflicht: Uw ≤ 1,30 W/m²K. BEG-Förderanforderung: Uw ≤ 0,95. Premium / Passivhaus: 0,80.

Lohnt sich 3-fach- statt 2-fach-Verglasung? +

Mehrkosten 5-15 €/m² Glas. U-Wert 0,5-0,7 statt 1,0-1,1. Über die Lebensdauer (40-50 J) deutliche Energieersparnis. Heutiger Standard – 2-fach lohnt nur bei sehr kleinen Flächen.

Wie hoch ist die BEG-Förderung für Fenster? +

15 % BAFA Einzelmaßnahme, mit iSFP-Bonus 20 %. Maximum 30.000 € förderfähige Kosten/WE/Jahr (60.000 € mit iSFP). Antrag VOR Auftragsvergabe.

Sollte ich Fenster oder Fassade zuerst tauschen? +

Ideal beides gleichzeitig. Wenn nur einzeln: zuerst Fenster, weil Fassade später am Fensteranschluss daran angepasst werden kann. Aber: Schimmelgefahr beachten, weil kalte Wände relativ zu neuen Fenstern kühler werden.

Was bringt der Fenstertausch außer Heizkosten-Ersparnis? +

Schallschutz +5-15 dB, höhere Sicherheit (RC2 Standard heute), keine Zugluft, höhere Oberflächentemperatur (Komfort), Schimmel-Prävention an Glasflächen, Wertsteigerung der Immobilie.

Wie lange halten neue Fenster? +

Hochwertige Holz- und Kunststoff-Fenster 40-50 Jahre, mit normaler Wartung. Verglasung selbst ist nahezu unbegrenzt haltbar, Beschläge werden nach 15-20 Jahren erneuert.

Ähnliche Rechner