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Energie & Förderung

Lohnt sich Solarthermie noch?

Solarthermie für Warmwasser und Heizung – wann zahlt sich die Anlage aus? Investition, jährliche Ersparnis und Förderung im Vergleich.

Nur WW: 5-8 T€, mit Heizungsunterstützung 10-16 T€

WW-Anlage 2000-3500 kWh, Kombianlage 4000-7000 kWh

Gas 11, Öl umgerechnet 11, Wärmepumpe 8-9 (mit JAZ 4)

Solarthermie BEG Einzelmaßnahme 30 % Grundförderung

Ergebnis
Eigenanteil nach Förderung
Energiekosten-Ersparnis Jahr 1
Amortisation
CO2-Einsparung pro Jahr

Erklärung

Solarthermie wandelt Sonnenstrahlung direkt in Wärme um. Im Gegensatz zur Photovoltaik (Strom) wird hier eine wasserführende Flüssigkeit (meist Wasser-Glykol-Gemisch) erhitzt und in einen Pufferspeicher transportiert. Zwei Kollektor-Typen dominieren den Markt: 1. Flachkollektoren: günstig (200-400 €/m²), robust, Wirkungsgrad 70-80 % bei niedrigem Temperaturniveau. Standard für Warmwasser. Optisch unauffällig auf dem Dach. 2. Vakuumröhren: teurer (400-700 €/m²), höherer Wirkungsgrad (75-85 %), besser bei niedriger Sonneneinstrahlung und hohen Vorlauftemperaturen (Heizungsunterstützung). Optisch markanter, weniger ästhetisch auf dem Dach. Auslegung: - Warmwasser-Anlage: 1,2-1,5 m² Flachkollektor pro Person, 70-100 L Speicher pro Person. Für 4-Personen-EFH: 5-6 m² Kollektor + 300-400 L Speicher. Deckt 50-70 % des Jahreswarmwasserbedarfs solar (im Sommer fast 100 %, im Winter nur 10-20 %). - Kombianlage WW + Heizung: 0,8-1,2 m² pro 10 m² Wohnfläche, 60-100 L Pufferspeicher pro m² Kollektor. Für 140-m²-EFH: 12-15 m² Kollektor + 800-1200 L Pufferspeicher. Deckt 15-30 % des Gesamt-Heizwärmebedarfs solar. Kosten 2026: - WW-Anlage 5-6 m²: 5.000-8.000 € inkl. Einbau, Speicher, Anbindung - Kombianlage 12 m²: 11.000-18.000 € inkl. Pufferspeicher und Einbindung in Heizkreis Förderung BEG (BAFA): Solarthermie Grundförderung 30 % der Investition. Mit Klimabonus (bei Tausch fossiler Heizung) +20 % möglich, Effizienzbonus +5 % bei besonders leistungsstarken Anlagen. Maximum 30.000 €/Wohneinheit förderfähige Kosten. Wichtig: Solarthermie konkurriert seit Jahren mit Photovoltaik (PV). Vergleichsrechnung pro m² Dachfläche: - Solarthermie: 6 m² liefern ca. 2400 kWh Wärme (= 400 kWh/m²) - Photovoltaik: 6 m² liefern ca. 1100 kWh Strom (= 180 kWh/m²) Thermisch gewonnen ist Solarthermie pro Quadratmeter überlegen. ABER: PV-Strom kann gespeichert, exportiert oder mit einer Wärmepumpe vermehrt werden (1 kWh Strom × JAZ 4 = 4 kWh Wärme). Damit kommen 6 m² PV bei Wärmepumpen-Verbrauch auf 4400 kWh nutzbare Wärme – mehr als Solarthermie. Konsequenz: In Häusern mit Wärmepumpe ist PV+WP fast immer wirtschaftlicher als Solarthermie. Solarthermie lohnt sich primär in: - Bestandsbauten mit Öl-/Gas-Heizung, die nicht ersetzt wird, aber Warmwasserkosten reduziert werden sollen - Mehrfamilienhäusern mit hohem Warmwasserbedarf - Reihenhäusern mit kleinem Dachflächenkontingent für PV (dann lieber Solarthermie für WW + PV für Strom als Mix) Wirtschaftlichkeit: Eine WW-Solarthermie 5 m² kostet 6.000 € brutto, mit 30 % Förderung 4.200 € Eigenanteil. Spart 2400 kWh × 11 ct = 264 €/J. Amortisation rein 16 Jahre. Kombianlage 14 T€ minus 30 % = 9.800 € Eigenanteil, spart 6000 kWh × 11 ct = 660 €/J → 15 Jahre. Lebensdauer Anlage 25-30 Jahre, also nach Amortisation 10-15 Jahre Netto-Gewinn. Wartung: Druckprüfung des Solarkreises alle 2-3 Jahre, Solarflüssigkeit (Glykol) alle 8-15 Jahre wechseln, Pumpe alle 15-20 Jahre. Wartungsaufwand 100-200 €/Jahr im Schnitt. Fazit: Solarthermie hat nicht ausgedient, aber ihre Nische ist schmaler geworden. Bei Neuplanung mit Wärmepumpe meist nicht erste Wahl. Bei reinem WW-Bedarf in einem Bestandshaus mit teurem Brennstoff weiterhin sinnvoll.

t = \frac{I (1-f)}{Q_{\text{spar}} \times p}

Häufige Fragen

Wie groß muss die Solarthermie sein? +

Für Warmwasser pro Person 1,2-1,5 m² Flachkollektor und 70-100 L Speicher. Für Heizungsunterstützung zusätzlich 0,8-1,2 m² pro 10 m² Wohnfläche und 60-100 L Pufferspeicher pro m² Kollektor.

Was kostet Solarthermie inkl. Einbau? +

WW-Anlage (5-6 m²) 5.000-8.000 € brutto. Kombianlage (12-15 m² + Pufferspeicher) 11.000-18.000 €. BEG-Förderung 30 %, ggf. mit Klimabonus 50 %.

Wie viel Energie liefert Solarthermie? +

Pro m² Flachkollektor in Deutschland 350-450 kWh/Jahr nutzbare Wärme. Vakuumröhren 400-550 kWh/m². WW-Anlage deckt 50-70 % Jahresbedarf, Kombianlage 15-30 % der Heizenergie.

Solarthermie oder Photovoltaik – was ist besser? +

Pro m² Dachfläche: Solarthermie liefert mehr Wärme. Aber PV+Wärmepumpe macht aus 1 kWh Strom 4 kWh Wärme – damit ist PV+WP meist die wirtschaftlichere Lösung. Solarthermie lohnt bei Beibehaltung Öl/Gas-Heizung oder Reihenhäusern.

Wie hoch ist die BEG-Förderung? +

Solarthermie als Einzelmaßnahme: 30 % Grundförderung. Mit Klimabonus (Tausch fossiler Heizung) bis 50 %. Mit Effizienzbonus +5 %. Maximum 30.000 € förderfähige Kosten/Wohneinheit.

Lohnt sich Solarthermie 2026 noch? +

Ja, in zwei Szenarien: Reine Warmwasser-Anlage in Bestandsbau mit Öl-/Gas-Heizung. Oder Mehrfamilienhaus mit hohem WW-Bedarf. In Kombination mit Wärmepumpe meist nicht mehr erste Wahl, weil PV+WP überlegen.

Wie lange hält eine Solarthermie? +

Kollektoren 25-30 Jahre, Speicher 20-25 Jahre, Pumpe 15-20 Jahre. Solarflüssigkeit (Glykol) alle 8-15 Jahre wechseln. Wartungskosten ca. 100-200 €/Jahr.

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