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Gesundheit & Fitness

Kalorienbedarf in der Stillzeit: +500 kcal pro Tag

Stillen kostet Energie: Pro 100 ml Muttermilch produziert dein Körper etwa 75 kcal. Die DGE empfiehlt 500 kcal Mehrbedarf täglich – wir berechnen dein individuelles Plus.

Ergebnis
Kalorienbedarf in der Stillzeit
Bedarf ohne Stillen
Stillzeit-Mehrbedarf
Empfohlener Wasserbedarf
Eiweißbedarf

Erklärung

Stillen ist energieaufwändig: Der Körper produziert etwa 600-900 ml Muttermilch pro Tag (im Durchschnitt 750 ml). Pro 100 ml Muttermilch werden circa 65-70 kcal gebildet, plus etwa 5-10 kcal Stoffwechselaufwand für die Produktion. Daraus ergibt sich ein Mehrbedarf von etwa 500-650 kcal pro Tag bei vollem Stillen. Die DGE empfiehlt einheitlich +500 kcal pro Tag im ersten Stillhalbjahr (volles Stillen), +400 kcal im zweiten Halbjahr (Beikost-Einführung) und etwa +250 kcal im zweiten Lebensjahr (Teilstillen). Die WHO und das Bundesinstitut für Risikobewertung schließen sich diesen Empfehlungen an. Wichtige Ausnahmen: 1. Wer mit Mehrgewicht aus der Schwangerschaft starten möchte abzunehmen, kann ein moderates Defizit von 200 kcal eingehen – maximaler Gewichtsverlust 0,5 kg/Woche, sonst sinkt die Milchproduktion. 2. Bei Mehrlingen (Zwillinge, Drillinge): pro Kind +500 kcal/Tag. 3. Sehr aktive stillende Mütter (Sport, körperliche Arbeit) brauchen entsprechend mehr. Eiweißbedarf in der Stillzeit ist erhöht: DGE empfiehlt +15-23 g Protein/Tag zusätzlich, also etwa 1,3 g/kg statt 0,8 g/kg. Beste Quellen: Milchprodukte, Eier, Fisch, mageres Fleisch, Hülsenfrüchte. Wasserbedarf: Etwa 1 Liter mehr als sonst, insgesamt 2,5-3 Liter pro Tag. Vor jedem Stillen ein Glas Wasser hilft – der Bedarf wird oft erst am Durstgefühl spürbar. Wichtige Mikronährstoffe: Jod 260 mcg/Tag (statt 200) – Jodtabletten oft nötig. Eisen erhöht in den ersten Monaten zum Auffüllen der Speicher. Kalzium 1.000 mg/Tag. Vitamin D 800 IE/Tag, da Mütter und Babys oft Mangel haben. Folsäure weiter wichtig, B12 besonders bei vegan stillenden Müttern (sonst kann das Baby B12-Mangel-Schäden bekommen). Was tun, wenn die Milch nicht reicht: Mehr anlegen ist der wichtigste Faktor (Angebot-Nachfrage-Prinzip). Trinken vor dem Stillen, Stress reduzieren, Cluster Feeding zulassen. Stillberaterin (IBCLC) ist Goldstandard bei Problemen, Hebamme die erste Anlaufstelle. Galaktagoga (Bockshornklee, Stilltee) haben begrenzte Evidenz. Was NICHT tun: Strenge Diät, Crash-Abnehmen, Alkohol (geht in die Milch), bestimmte Medikamente ohne Rücksprache. Kalorien zählen ist in der Stillzeit oft kontraproduktiv – auf Hunger und Sättigung hören. Quellen: DGE-Referenzwerte 2024, WHO Infant and Young Child Feeding 2009, Bundesinstitut für Risikobewertung. Frauenarzt/Hebamme/Stillberaterin maßgeblich. Keine medizinische Diagnose. Bei gesundheitlichen Bedenken Arzt konsultieren. Schätzung ohne Gewähr.

Bedarf_{Stillzeit} = TDEE + 500\,kcal

Häufige Fragen

Wie viele Kalorien zusätzlich in der Stillzeit? +

DGE-Empfehlung: +500 kcal/Tag im ersten Halbjahr (volles Stillen), +400 kcal im zweiten Halbjahr nach Beikost-Einführung, +250 kcal im zweiten Lebensjahr beim Teilstillen. Bei Zwillingen pro Kind +500 kcal. Bei sehr aktiven Müttern mehr. Auf Hunger und Sättigung hören – kein striktes Kalorienzählen.

Kann ich in der Stillzeit abnehmen? +

Ja, moderat. Defizit maximal 200-300 kcal/Tag, Gewichtsverlust nicht über 0,5 kg/Woche – sonst sinkt die Milchproduktion. Strenge Diäten oder Fasten verschlechtern Milchqualität und -menge. Im Schnitt nehmen vollstillende Mütter ohne Diät 0,5-1 kg/Monat ab durch den natürlichen Kalorienverbrauch.

Wie viel Wasser in der Stillzeit? +

Etwa 1 Liter mehr als sonst, insgesamt 2,5-3 Liter pro Tag. Faustregel: vor jedem Stillen ein großes Glas Wasser. Auf Durstgefühl achten – aber nicht erzwingen. Mehr als 3,5 Liter bringt keinen Vorteil. Hinweis: Auch Tee, Suppen, Wassergehalt von Obst zählen mit.

Welche Lebensmittel sollte ich meiden? +

Alkohol (geht 1:1 in die Milch). Mehr als 200-300 mg Koffein/Tag (3 Tassen Kaffee). Rohfisch, rohes Fleisch (Listerien). Sehr fischhaltigen Fisch (Schwertfisch, Hai – Quecksilber). Kein generelles Verbot blähender Lebensmittel – Studien zeigen keinen Zusammenhang zu Babys Bauchschmerzen. Knoblauch, Kohl etc. sind okay.

Brauche ich Stillvitamine? +

Jod (260 mcg/Tag), Vitamin D (800 IE), evtl. Eisen sind oft nötig – Bestimmung bei der Frauenärztin. Bei vegetarischer/veganer Ernährung B12-Substitution Pflicht (sonst Schäden beim Baby). Kombi-Präparate für Stillzeit (Femibion, Folio, Orthomol Natal) sind sinnvoll, aber nicht zwingend. Kein Ersatz für ausgewogene Ernährung.

Was tun, wenn die Milch nicht reicht? +

Häufiger anlegen (Angebot-Nachfrage). Stress reduzieren. Genug trinken und essen (mindestens 1.800 kcal). Cluster Feeding zulassen (Baby ist normal, nicht 'unzufrieden'). Stillberaterin IBCLC kontaktieren – das ist die qualifizierteste Anlaufstelle. Hebamme oft erste Wahl. Galaktagoga (Bockshornklee, Stilltee) haben begrenzte Evidenz. Stillpause nicht zu schnell.

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