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Haus & Bauen

Dach dämmen: Kosten und Material

Was kostet die Dachdämmung deines Hauses? Aus Dachfläche, Dämmstärke und Materialwahl ergibt sich Investition und U-Wert.

Bei Satteldach: Grundfläche × 1,15-1,30 (je nach Neigung)

BEG-Niveau erfordert U≤0,14 → meist 22-28 cm Mineralwolle

Ergebnis
Gesamtkosten brutto
Kosten pro m²
Geschätzter U-Wert (ohne Konstruktion)
Förderung BEG (15 % + iSFP-Bonus 5 %)

Erklärung

Das Dach ist nach der Außenwand der zweitgrößte Wärmeverlust-Bauteil im Einfamilienhaus. Wer in einem Altbau ohne Dachdämmung wohnt, verliert pro Jahr typisch 30-40 % der Heizwärme nach oben. Die Dämmung des Dachs (oder der obersten Geschossdecke, wenn der Dachboden ungenutzt ist) gehört zu den absolut lohnenswertesten Sanierungsmaßnahmen. Drei klassische Verfahren mit unterschiedlichen Preisen und Anwendungen: 1. Aufsparrendämmung – die Premiumlösung. Dämmplatten werden auf die Sparren von außen aufgelegt, dann neue Eindeckung. Bestes Ergebnis ohne Wärmebrücken durch Sparren, kein Wohnraumverlust innen. Aber: Eindeckung muss neu gemacht werden, Dach steht oben höher als vorher (3-30 cm), Anschlüsse an Schornstein/Gauben müssen angepasst werden. Kosten 200-280 €/m² inkl. neuer Eindeckung. Lohnt sich, wenn Dacheindeckung ohnehin am Ende ihrer Lebensdauer ist (>40 Jahre). 2. Zwischensparrendämmung – die Standardlösung. Mineralwolle, Klemmfilze oder Einblasdämmung zwischen die Sparren, von innen mit Dampfbremse abgedichtet, davor Gipskarton oder Holzschalung. Kosten 80-130 €/m². Wärmebrücke durch Holzsparren (Holz λ 0,13 vs. Wolle λ 0,035) reduziert die Wirkung um 10-15 %. Wenn Sparren zu schmal sind (alte Sparren oft 14-16 cm), kann eine Untersparrendämmung darunter ergänzt werden (5-10 cm zusätzlich, kein Schwächungsverlust mehr durch Holz). 3. Oberste Geschossdecke – die einfachste und schnellste Lösung. Wenn Dachboden ungenutzt ist (Stauraum, Kaltdach), reicht eine Dämmung der obersten Decke. Begehbar mit OSB darüber, oder nicht begehbar mit Mineralwolle in zwei Lagen. Kosten 30-60 €/m². Diese Maßnahme ist seit 2015 für ungenutzte Dachgeschosse in Bestandsgebäuden Pflicht (GEG § 47), oft schon erledigt. Dämmstoff-Wahl: - Mineralwolle: Standard in Deutschland, λ 0,035-0,045, brandschutztechnisch A1 (nicht brennbar), günstig, gute Schallschutzwirkung. Vorsicht beim Verarbeiten (Atemschutz, Schutzkleidung). - EPS Polystyrol: günstig, leicht, λ 0,035-0,040, im Dach selten weil B1 brennbar und keine Schallschutzwirkung. - PUR/PIR Hartschaum: bester λ-Wert (0,022-0,028), darum mit dünneren Platten möglich. Teurer (Aufpreis 20-40 % gegenüber Mineralwolle). Gut bei Aufsparren mit beengtem Aufbau. - Holzfaser: Naturdämmstoff, gute Schalldämmung, gute sommerliche Hitzeschutzwirkung (hohe Wärmespeicherkapazität). λ 0,038-0,045. 30-50 % teurer als Mineralwolle. - Zelluloseeinblasdämmung: aus recycelten Zeitungen, λ 0,038-0,042. Wird in Hohlräume eingeblasen, ideal für Sanierung. Preis ähnlich Mineralwolle. Dämmstärke und U-Wert: BEG-Förderanforderung U ≤ 0,14 W/m²K. Erreichbar mit: - 24-26 cm Mineralwolle (λ 0,035): R = 7,1 → mit Holzanteil und Übergangswiderständen U ≈ 0,135. - 18-20 cm PUR (λ 0,025): R = 7,2 → U ≈ 0,135. GEG-Mindestwert (bei Dachsanierung > 10 % Fläche): U ≤ 0,20 W/m²K, also rund 18 cm Mineralwolle. Wer ohnehin saniert, sollte gleich auf BEG-Niveau dämmen, weil Mehrkosten gering sind und Förderung 15-20 % höhere Stärke amortisiert. Förderung BEG (BAFA): 15 % Grundförderung, +5 % iSFP-Bonus, also 20 % bei Aufsparrendämmung mit Sanierungsfahrplan. Bei Komplettsanierung KfW 261 ergänzend mit Tilgungszuschuss. Feuchteschutz: Auf der Innenseite (warme Seite) muss eine Dampfbremse, sonst kondensiert Raumluft im Bauteil → Schimmel und Holzfäule. Diffusionsoffene Konstruktionen (Holzfaser+ Holzfaser-Unterdeckung) sind feuchtetechnisch toleranter. Sommerlicher Hitzeschutz: Klassische Mineralwolle (geringe Wärmekapazität ca. 0,9 kJ/kgK) lässt Hitze schnell durch. Holzfaserdämmung (Wärmekapazität 2,1 kJ/kgK, hohe Dichte) hält das Dach im Sommer 5-8 °C kühler – wichtig für ausgebaute Dachgeschosse als Wohnraum. Aufpreis 30 % rentiert sich, wenn man im Sommer dort lebt.

K = A_{\text{Dach}} \times (p_{\text{Verfahren}} + p_{\text{Material}})

Häufige Fragen

Was kostet eine Dachdämmung pro m²? +

Aufsparren mit neuer Eindeckung 200-280 €/m². Zwischensparren von innen 80-130 €/m². Oberste Geschossdecke (begehbar) 30-60 €/m².

Welche Dämmstärke ist nötig? +

GEG-Pflicht bei Sanierung: U ≤ 0,20 W/m²K (~18 cm Mineralwolle). BEG-Förderniveau: U ≤ 0,14 (~24-26 cm Mineralwolle). PUR/PIR mit besserem λ braucht 6-8 cm weniger.

Was ist besser: Auf- oder Zwischensparrendämmung? +

Aufsparren ist die thermisch beste Lösung (keine Wärmebrücken durch Sparren), aber teurer und nur sinnvoll, wenn Eindeckung sowieso erneuert wird. Zwischensparren ist Standard im Bestand, mit Untersparrendämmung kombinierbar.

Welches Dämmmaterial ist am besten? +

Mineralwolle ist Standard mit gutem Preis-Leistung. PUR bei beengten Verhältnissen wegen besserem λ. Holzfaser für sommerlichen Hitzeschutz im ausgebauten Dachgeschoss. Zellulose für Sanierung mit Einblasung in Hohlräume.

Brauche ich eine Dampfbremse? +

Ja, auf der Innenseite (warme Seite). Verhindert, dass Raumluft im Bauteil kondensiert. Bei diffusionsoffenen Konstruktionen mit Holzfaserdämmung kann darauf teilweise verzichtet werden, aber dann Bauphysik vom Profi prüfen lassen.

Ist die Dämmung der obersten Geschossdecke Pflicht? +

Ja, GEG § 47: Wenn das Dachgeschoss ungenutzt und nicht ausgebaut ist, muss seit 2016 die oberste Decke einen U-Wert ≤ 0,24 W/m²K haben. Ausnahme: Eigentümer, die seit 2002 selbst nutzen.

Wie hoch ist die BEG-Förderung fürs Dach? +

15 % Grundförderung + 5 % iSFP-Bonus = 20 % der förderfähigen Kosten. Maximum 30.000 €/WE/Jahr (60.000 € mit iSFP). Antrag VOR Auftragsvergabe.

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