Krypto-Steuer-Rechner: Bitcoin-Gewinne versteuern
Berechne, wie viel Steuer du auf einen Krypto-Trade zahlen musst – nach §23 EStG mit 1-Jahres-Haltefrist und 1.000 € Freigrenze.
Erklärung
Krypto-Gewinne unterliegen in Deutschland §23 EStG (private Veräußerungsgeschäfte) – nicht der Abgeltungssteuer wie Aktien! Das hat zwei zentrale Konsequenzen. Erstens die Haltefrist: Verkaufst du Bitcoin, Ether oder andere Coins nach mehr als einem Jahr Haltedauer, ist der Gewinn komplett steuerfrei. Innerhalb der ersten 365 Tage zahlst du deinen persönlichen Einkommensteuersatz – das können je nach Einkommen 14 % bis 47,5 % sein (mit Soli und Kirchensteuer). Zweitens die Freigrenze: Ab 2024 sind private Veräußerungsgewinne bis 1.000 €/Jahr steuerfrei (vorher 600 €). Achtung: Es ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. Sobald du 1 € drüber bist, wird der ganze Gewinn steuerpflichtig, nicht nur der Teil über 1.000 €. Zur Berechnung der Haltedauer gilt FIFO (First In, First Out) – die zuerst gekauften Coins werden zuerst verkauft. Bei mehreren Wallets darf nach BMF-Schreiben 2022 wallet-bezogen FIFO angewendet werden. Steuerpflichtige Ereignisse sind: Verkauf gegen Euro, Tausch Krypto-zu-Krypto (z.B. BTC zu ETH), Bezahlen mit Krypto (z.B. Tesla mit Bitcoin), NFT-Verkauf. Staking/Lending: Belohnungen sind als 'sonstige Einkünfte" (§22 Nr. 3 EStG) zum Empfangszeitpunkt mit aktuellem Wert zu versteuern, anschließend startet die Haltefrist. Bis 2023 verlängerte Staking die Frist auf 10 Jahre – seit BMF-Schreiben Juli 2023 entfällt das, es bleibt bei 1 Jahr. Verluste aus Krypto-Trades sind nur mit anderen privaten Veräußerungsgewinnen verrechenbar (vor- und rücktragbar), nicht mit Aktiengewinnen oder Lohn. Dokumentation ist Pflicht: Kaufzeitpunkt, Menge, Preis, Verkaufszeitpunkt, Verkaufspreis. Tools wie CoinTracking, Blockpit oder Accointing erstellen die Steuererklärung automatisiert. Wichtig: Diese Berechnung ist eine Schätzung. Tatsächlicher Steuersatz hängt vom Gesamteinkommen ab (progressive Tarif). Bei größeren Beträgen oder DeFi-Aktivitäten Steuerberater konsultieren.
Häufige Fragen
Wann ist Krypto in Deutschland steuerfrei? +
Bei Haltedauer über 365 Tagen (1 Jahr + 1 Tag) komplett steuerfrei. Innerhalb des Jahres steuerfrei nur, wenn Gesamtgewinn aller privaten Veräußerungsgeschäfte unter 1.000 € liegt (Freigrenze, kein Freibetrag!).
Was ist der Unterschied Freigrenze vs. Freibetrag? +
Freigrenze: Bis zur Grenze steuerfrei, ab 1 € drüber wird ALLES steuerpflichtig. Freibetrag: Bis zur Grenze steuerfrei, nur der Teil DRÜBER ist steuerpflichtig. Bei Krypto: Freigrenze 1.000 €/Jahr.
Muss ich Krypto-zu-Krypto-Tausch versteuern? +
Ja. Jeder Tausch (BTC → ETH, ETH → Stablecoin, etc.) ist ein steuerpflichtiges Veräußerungsgeschäft, wenn die Haltedauer der getauschten Coins unter 1 Jahr lag. Auch Kauf einer NFT mit ETH löst Steuer auf den ETH-Wertzuwachs aus.
Wie wird Staking versteuert? +
Staking-Rewards sind im Zuflusszeitpunkt mit dem aktuellen Wert als sonstige Einkünfte (§22 Nr. 3 EStG) zu versteuern, ab 256 €/Jahr. Beim Verkauf der gestakten Coins startet die 1-Jahres-Frist im Empfangszeitpunkt. Frist beträgt seit 2023 nicht mehr 10 Jahre.
Wie weise ich Käufe und Verkäufe nach? +
Mit Transaktionshistorien der Börsen (Binance, Kraken, Coinbase exportierbar) und Wallet-Adressen. Tools wie CoinTracking, Blockpit oder Accointing erstellen Steuerreports nach FIFO. Aufbewahrungspflicht: 10 Jahre.
Was ist mit Verlusten? +
Verluste aus Krypto-Trades innerhalb eines Jahres sind mit anderen privaten Veräußerungsgewinnen verrechenbar (auch über Jahre vor- oder rücktragbar). Aber NICHT mit Aktiengewinnen oder Arbeitslohn. Verluste über 1 Jahr verfallen steuerlich.
Ist die Berechnung verbindlich? +
Nein – nur eine grobe Schätzung. Tatsächlicher Steuersatz hängt vom Gesamteinkommen (progressive Tarif) und Soli/Kirchensteuer ab. DeFi (Lending, Yield Farming, Liquidity Pools) ist komplexer. Werte ohne Gewähr, ersetzen keine Steuerberatung.