SSW-Rechner: In welcher Schwangerschaftswoche bin ich?
In welcher SSW bist du? Aus dem Datum deiner letzten Periode berechnen wir Schwangerschaftswoche und -tag, dazu Trimester und voraussichtlichen Geburtstermin.
Erklärung
Die Schwangerschaftswoche (SSW) wird in der Geburtshilfe seit über 100 Jahren ab dem ersten Tag der letzten Menstruation (LMP – Last Menstrual Period) gerechnet. Das wirkt zunächst widersinnig, weil zu diesem Zeitpunkt noch gar keine Schwangerschaft besteht – die Befruchtung erfolgt erst etwa 14 Tage später. Aber: Der LMP-Tag ist meist genau bekannt, der Tag der Befruchtung dagegen unsicher. Die Schwangerschaft dauert nach LMP-Berechnung 280 Tage = 40 Wochen = 10 Mondmonate. Nach Befruchtung gerechnet wären es 266 Tage = 38 Wochen. Schreibweise: SSW 20+3 bedeutet 20 abgeschlossene Schwangerschaftswochen plus 3 Tage. Der Geburtstermin ist also rechnerisch SSW 40+0. Trimester-Einteilung: 1. Trimester bis SSW 12+6 (Organbildung, höchstes Fehlgeburtsrisiko). 2. Trimester SSW 13+0 bis 26+6 (Wachstum, geringstes Risiko, oft die schönste Zeit). 3. Trimester SSW 27+0 bis Geburt (Ausreifung, Vorbereitung). Wichtige SSW-Meilensteine: SSW 6 erste Herzaktion sichtbar im Ultraschall. SSW 12 Ende der Organbildung, Risiko-Reduktion. SSW 14-16 Geschlecht erkennbar. SSW 18-22 organspezifischer Ultraschall (Feindiagnostik). SSW 24 Lebensfähigkeit (mit intensivmedizinischer Versorgung). SSW 32 Reifestadium der Lunge ausreichend. SSW 37 reif (Frühgeburt nicht mehr). SSW 42 Übertragung – ab hier wird Geburtseinleitung empfohlen. Genauigkeit: Die LMP-Berechnung setzt einen 28-Tage-Zyklus mit Eisprung am Tag 14 voraus. Bei abweichendem Zyklus weicht der echte Schwangerschaftsbeginn ab. Frauenarzt korrigiert beim ersten Ultraschall (SSW 6-9) anhand der Scheitel-Steiß-Länge des Embryos – das ist der genaueste Wert. Häufige Korrekturen: 3-7 Tage. Statistik Geburtszeitpunkt: Nur 5 Prozent aller Babys kommen am errechneten Geburtstermin. 60 Prozent kommen in einem +/- 7-Tage-Fenster. Erstgebärende oft 1-2 Tage später. Bei Risiko-Schwangerschaften (Diabetes, Bluthochdruck, Mehrlinge) sind die SSW-Berechnungen entscheidend für medizinische Entscheidungen. Quellen: Naegele FK 1812 (Naegele-Regel), DEGUM-Leitlinie Pränataldiagnostik, ACOG Guidelines. Frauenarzt/Hebamme maßgeblich. Keine medizinische Diagnose. Bei gesundheitlichen Bedenken Arzt konsultieren. Schätzung ohne Gewähr.
Häufige Fragen
Warum wird ab der letzten Periode gerechnet? +
Weil dieser Tag den meisten Frauen genau bekannt ist, der Tag der Befruchtung aber nicht. Die Befruchtung erfolgt etwa 14 Tage nach LMP. Tatsächliche Schwangerschaftsdauer: 38 Wochen ab Befruchtung = 40 Wochen ab LMP. Der Frauenarzt korrigiert beim ersten Ultraschall (SSW 6-9) den errechneten Termin anhand der Größe des Embryos.
Was bedeutet SSW 20+3? +
20 abgeschlossene Schwangerschaftswochen plus 3 Tage. Du bist also in der 21. Schwangerschaftswoche (im Volksmund), aber nach medizinischer Zählung bei 20+3. Die Geburt erfolgt rechnerisch in SSW 40+0, also 40 abgeschlossenen Wochen ab dem ersten Tag der letzten Periode.
Wann ist Trimester-Wechsel? +
1. Trimester: bis Ende SSW 12+6 (Tag 91). 2. Trimester: SSW 13+0 bis 26+6 (Tag 92-188). 3. Trimester: ab SSW 27+0 bis zur Geburt. Im 1. Trimester findet die Organbildung statt, das Fehlgeburtsrisiko ist am höchsten (15-20 Prozent). Ab dem 2. Trimester sinkt das Risiko stark.
Was ist, wenn mein Zyklus nicht 28 Tage hat? +
Bei längeren Zyklen erfolgt der Eisprung später als am Tag 14. Die LMP-basierte SSW ist dann zu 'alt'. Beispiel: 35-Tage-Zyklus, Eisprung am Tag 21 – die Schwangerschaft ist 7 Tage 'jünger' als berechnet. Der Frauenarzt korrigiert beim ersten Ultraschall durch Vermessung des Embryos.
Wann muss ich zum ersten Ultraschall? +
Üblich SSW 6-9. Davor ist oft noch nichts sichtbar (positiver Test ab SSW 4+, Fruchthöhle ab SSW 5+, Embryo ab SSW 6+, Herzaktion ab SSW 6+3). Drei Vorsorge-Ultraschalle sind im Mutterpass: 1. SSW 9-12, 2. SSW 19-22 (Feindiagnostik), 3. SSW 29-32. Bei Risiko-Schwangerschaft öfter.
Wie genau ist der errechnete Geburtstermin? +
Nur 5 Prozent kommen genau am ET, 60 Prozent in +/- 7 Tagen. Erstgebärende oft 1-3 Tage später als ET. Ab SSW 41+0 erhöhte Überwachung, ab SSW 42+0 Geburtseinleitung empfohlen. Frühgeburten unter SSW 37+0, Spätgeburten ab SSW 42+0. Frühestmögliche Lebensfähigkeit: SSW 24 mit intensivmedizinischer Versorgung.