Degressive AfA: Buchwert × Satz, max. 20 %
Die degressive AfA (befristet 2024-2025) bietet höhere Anfangs-Abschreibungen: max. 20 % oder das 2,5-fache der linearen AfA vom Buchwert.
Erklärung
Die degressive AfA (geometrisch-degressive Abschreibung, § 7 Abs. 2 EStG) verteilt Anschaffungskosten so, dass in den ersten Jahren mehr abgeschrieben wird als später. Der gleiche prozentuale AfA-Satz wird jeweils auf den noch verbleibenden Restbuchwert angewendet – dadurch werden die jährlichen Beträge von Jahr zu Jahr kleiner. Aktuelle Regelung in Deutschland: Die degressive AfA wurde 2020-2022 wegen Corona reaktiviert, dann ausgelaufen, mit Wachstumschancengesetz 2024 erneut zeitlich befristet eingeführt für Anschaffungen 1.4.2024 bis 31.12.2024 (damals max. 20 % oder 2-fache der linearen AfA). Aktuell (Stand 2026): degressive AfA für bewegliche Wirtschaftsgüter, angeschafft 1.1.2025-31.12.2025 mit max. 20 % oder 2,5-fache der linearen AfA, je nachdem, was niedriger ist. Politisch ist eine weitere Verlängerung in Diskussion. Beispiel: Maschine 30.000 €, lineare Nutzungsdauer 8 Jahre. Linear: 30.000 / 8 = 3.750 €/Jahr (12,5 %). Degressive Variante: min(20 %, 2,5×12,5 % = 31,25 %) = 20 %. Jahr 1: 30.000 × 20 % = 6.000 € (Buchwert: 24.000 €). Jahr 2: 24.000 × 20 % = 4.800 € (BW: 19.200 €). Jahr 3: 19.200 × 20 % = 3.840 € (BW: 15.360 €). Vorteil: Stärkere steuerliche Entlastung in den ersten Jahren – ideal für teure Investitionen mit hoher anfänglicher Liquiditätswirkung. Wechsel zur linearen AfA: Sobald die lineare AfA (vom verbleibenden Buchwert über die Restnutzungsdauer) höher ist als die degressive, lohnt der Wechsel. Bei 20 % degressiv und 8 Jahren ND lohnt der Wechsel meist im 4. Jahr. Wechsel von linear zu degressiv ist nicht erlaubt – nur einmal vom degressiven zum linearen Verfahren. Voraussetzungen: bewegliche Wirtschaftsgüter (keine Gebäude, keine immateriellen Güter), des Anlagevermögens, im Aktionszeitraum angeschafft. Kombination mit GWG: Wenn Anschaffung unter 800 € netto, gilt sofortige Vollabschreibung – degressive AfA gar nicht relevant. Tipp: Bei größeren Investitionen frühzeitig die optimale Methode prüfen. Steuerlich oft Sinn, das Wirtschaftsgut im 4. Quartal anzuschaffen, dann zumindest noch 3-4 Monate AfA im laufenden Jahr (anteilig). Bei degressiver AfA werden Anfangs-Abschreibungen oft so hoch, dass sich kurzfristig steuerliche Verluste ergeben – diese können in andere Einkünfte verrechnet oder vorgetragen werden. Vereinfachte Schätzung. Persönliche Verhältnisse können abweichen. Steuerberater konsultieren bei wichtigen Entscheidungen. Ohne Gewähr.
Häufige Fragen
Was ist degressive AfA? +
Geometrisch-fallende Abschreibung: gleicher prozentualer Satz, aber jeweils auf den verbleibenden Buchwert. Höhere Beträge am Anfang, später weniger. Anders als lineare AfA mit gleichbleibenden Jahresbeträgen.
Welcher Satz aktuell? +
Maximal 20 % oder das 2,5-fache der linearen AfA, je nachdem was niedriger ist. Befristet auf Anschaffungen 2025 (Stand 2026), politische Verlängerung in Diskussion.
Wann lohnt der Wechsel zur linearen AfA? +
Sobald die lineare AfA vom Restbuchwert über die Restnutzungsdauer höher ist als die degressive. Bei 20 % degressiv und 8 Jahren ND meist im 4. Jahr. Wechsel ist nur degressiv → linear erlaubt.
Auch für Gebäude? +
Nein. Degressive AfA gibt es nur für bewegliche Wirtschaftsgüter. Gebäude haben eigene Regeln (lineare AfA 2-3 %), für Mietwohnungs-Neubauten Sonder-AfA § 7b EStG (5 % über 4 Jahre).
Vorteil der degressiven AfA? +
Höhere Steuerersparnis in den ersten Jahren, besser für Liquidität. Auch sinnvoll bei Wirtschaftsgütern mit hoher Anfangs-Wertminderung (Pkw, IT). Über die Gesamtlaufzeit identisch mit linearer AfA.
Mit GWG kombinierbar? +
Nein – wenn Anschaffung unter 800 € netto, gilt sofortige Sofortabschreibung. Degressive AfA dann nicht relevant. Über 800 € können beide Verfahren gewählt werden, oft ist GWG-Sammelposten oder degressiv vorteilhaft.
Ist mein Ergebnis verbindlich? +
Nein. Vereinfachte Schätzung – aktuelle gesetzliche Lage prüfen. Persönliche Verhältnisse können abweichen. Steuerberater konsultieren bei wichtigen Entscheidungen. Ohne Gewähr.