Kirchensteuer-Rechner: 8 % oder 9 % von der ESt berechnen
Berechne deine jährliche Kirchensteuer auf Basis der Einkommensteuer. In Bayern und Baden-Württemberg gelten 8 %, in allen anderen Bundesländern 9 %.
Erklärung
Die Kirchensteuer ist eine Annexsteuer zur Einkommensteuer und wird nur von Mitgliedern einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft (vor allem römisch-katholische und evangelische Kirche, jüdische Gemeinden) gezahlt. Die Höhe beträgt 8 % der Einkommensteuer in Bayern und Baden-Württemberg, in allen anderen Bundesländern 9 %. Beispiel: Bei 10.000 € Einkommensteuer zahlt ein Berliner Kirchenmitglied 900 € Kirchensteuer im Jahr (75 € monatlich), ein Bayer 800 € (66,67 €/Monat). Die Kirchensteuer ist als Sonderausgabe in voller Höhe vom zu versteuernden Einkommen abziehbar – das senkt die ESt im Folgejahr. Bei sehr hohen Einkommen greift in den meisten Bundesländern eine Kappungsregelung (Kappungsschwelle 2,75 % bis 4 % des zvE), die den Höchstbetrag begrenzt. Bayern und Sachsen-Anhalt kennen keine automatische Kappung, hier muss sie auf Antrag gewährt werden. Bei Kindern wird der Kinderfreibetrag (für 2026: 9.600 € pro Kind im vollen Freibetrag) bei der Bemessungsgrundlage berücksichtigt – auch dann, wenn beim Einkommensteuer-Vergleich das Kindergeld günstiger war (Sonderfall § 51a EStG). Auf Kapitalerträge wird die Kirchensteuer automatisch von der Bank einbehalten, wenn das Kirchensteuermerkmal beim BZSt nicht gesperrt wurde. Wer aus der Kirche austritt, zahlt im Austrittsjahr noch anteilig (meist bis zum Ende des Folgemonats nach Austrittserklärung). Tipp: Der Kirchenaustritt spart bei Top-Verdienern schnell mehrere tausend Euro pro Jahr – bei 30.000 € ESt sind das 2.700 € Ersparnis pro Jahr. Vereinfachte Schätzung. Persönliche Verhältnisse können abweichen. Steuerberater konsultieren bei wichtigen Entscheidungen. Ohne Gewähr.
Häufige Fragen
Wo ist die Kirchensteuer am höchsten? +
In allen Bundesländern außer Bayern und Baden-Württemberg liegt sie bei 9 % der ESt. In Bayern und BW nur 8 %. Absolut am höchsten in Stadtstaaten/teuren Regionen wegen höherer Einkommen.
Lohnt sich der Kirchenaustritt steuerlich? +
Ja, gerade bei mittleren bis hohen Einkommen. Bei 50.000 € zvE spart man rund 1.000 €/Jahr Kirchensteuer. Wegen des Sonderausgabenabzugs ist die Netto-Ersparnis aber etwas geringer (rund 70 % des Bruttobetrags).
Was ist die Kappung der Kirchensteuer? +
Bei sehr hohen Einkommen wird die Kirchensteuer auf 2,75-4 % des zvE gedeckelt (Kappungsschwelle je nach Bundesland). In den meisten Ländern automatisch, in Bayern und Sachsen-Anhalt nur auf Antrag.
Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer? +
Ja, auf die 25 % Abgeltungsteuer kommen 8/9 % Kirchensteuer plus 5,5 % Soli – effektiv ca. 27,8 %. Wird automatisch von der Bank einbehalten, sofern Kirchenmerkmal beim BZSt aktiv.
Was zählt als Kinderfreibetrag? +
Pro Kind 9.600 € im Jahr 2026 (BEA + sächlicher Freibetrag, beide Eltern). Wird bei der Kirchensteuer-Bemessung berücksichtigt, auch wenn beim ESt-Vergleich Kindergeld günstiger war.
Bin ich kirchensteuerpflichtig? +
Nur wenn du Mitglied einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft bist (kath., ev., jüd. Gemeinden, einige Freikirchen). Konfessionslose, Muslime, Buddhisten zahlen keine Kirchensteuer.
Ist mein Ergebnis verbindlich? +
Nein. Vereinfachte Schätzung. Persönliche Verhältnisse können abweichen. Steuerberater konsultieren bei wichtigen Entscheidungen. Ohne Gewähr.